Die DDR und die ILO


Am schwierigsten gestaltete sich das Verhältnis der Deutschen Demokratischen Republik zur ILO (Internationale Arbeitsorganisation), weil sich darin staatliche Abgesandte neben Vertretern aus Gewerkschaften und Arbeitgebern wieder fanden, die eine Drittelparität bilden sollten. Dadurch entstanden Probleme für den sozialistischen Staat, die sich in seiner politischen Gesinnung begründeten. Zur Diskussion in der ILO standen unter anderem die Koalitionsfreiheit, das Streikrecht und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, was nicht unbedingt übliche Themen auf der Tagesordnung eines kommunistischen Staatenbündnisses waren. Innerhalb des Ostblocks wurde unter dem Diktat der Sowjetunion die Meinung vertreten, die Internationale Arbeitsorganisation habe mit ihren Normen nur für die kapitalistische Welt eine Funktion.