Selektive Mitgliedschaft


Nach ihrem Beitritt zur UNO im Jahre 1973 betrieb die DDR eine Politik der selektiven, also eingeschränkten Mitgliedschaft in der Organisation. Dies äußerte sich darin, dass sie beispielsweise nur sieben von insgesamt fünfzehn Sonderorganisationen angehörte. Zu der wichtigsten Mitgliedschaft in einer Sonderorganisation der UNO gehörte sicherlich die zweijährige Angehörigkeit der DDR im Sicherheitsrat 1980 bis 1981. Dies stellte für die DDR einen enormen Reputationsgewinn dar, da der Sicherheitsrat als das höchste UNO-Organ gilt. Während der Mitgliedschaft im Sicherheitsrat favorisierte der ostdeutsche Staat sicherheitspolitische Themen wie Abrüstung, wofür er auch zuvor schon verstärkt eingetreten war. Auch im Sicherheitsrat war das Stimmverhalten identisch mit der Sowjetunion. Dagegen ließen sich starke Abweichungen von den Abstimmungsergebnissen der Bundesrepublik Deutschland feststellen.